Jahreshauptversammlung der Gernsbacher SPD: Fluch der Karibik

Ortsverein

Der Ortsverein traf sich zur Jahreshauptversammlung in Staufenberg

Das Wesen unerwarteter Ereignisse ist, dass sie nicht planbar sind. Eine Erkenntnis, zu der auch die Anwesenden der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Gernsbacher SPD kamen, die am 22. November im „Merkurstüble“ in Staufenberg stattfand. Denn wenige Tage zuvor waren die Sondierungsgespräche von "Jamaika", von Schwarz, Gelb, Grün, in Berlin gescheitert. Und der „Fluch der Karibik“ warf die Tagesordnung ziemlich durcheinander...

Doch der Reihe nach. Ortsvereins-Vorsitzender Heinz-Volker Faßnacht begrüßte die Anwesenden – unter anderem Alt-Bürgermeister Dieter Knittel und seinen Nachfolger Julian Christ – herzlich. In seiner Rede mahnte er, dass es gerade jetzt – zum Beispiel im Zeichen von AfD, Trump und Brexit – für die SPD wichtig sei, ihre Stimme zu erheben und für die Demokratie einzustehen. Sehr erfreulich sei es, dass er acht neue Mitglieder begrüßen könne, die 2017 eingetreten sind. Stellvertretend wurde Neu-Mitglied Emelie Knöpfle das Parteibuch überreicht. Dem Totengedenken an Alt-Bürgermeister Rolf Wehrle schloss sich ein Überblick der Aktivitäten des Ortsvereins im Jahr 2017 an. Besonders hob Heinz-Volker Fasnacht hier den erfolgreichen Wahlkampf für den neuen Bürgermeister Julian Christ hervor. „Allen, die dabei geholfen haben, ein herzliches Dankeschön“, so der Vorsitzende. „Auch an die Freien Bürger, die Julian Christ unterstützt haben.“ Abschließend dankte Heinz-Volker Fasnacht den Mitgliedern für die vertrauensvolle und engagierte Mitarbeit. Ein Ball, den Schriftführer Klaus Schmelzle auffing: „Lieber Heinz-Volker, der Vorstand gibt den Dank gerne zurück. Wir sind froh, mit dir einen Vorsitzenden zu haben, der sich so unermüdlich einsetzt.“ Ein Grußwort sprach der SPD-Kreisvorsitzende Jonas Weber, der seine Einschätzung nach dem "Jamaika"-Aus in Berlin gab. MdB Gabriele Katzmarek (Sitzungswoche in Berlin) und MdL Ernst Kopp (Bronchitis) konnten an diesem Abend leider nicht mit dabei sein. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung folgten die Regularien. Nach dem Bericht des Kassierers Fred Schiel wurde dieser einstimmig entlastet. Ebenso der Vorstand. Dem Bericht des Fraktion folgte die Ehrung von Vorstands-Mitglied Rainer Graszies, der 25 Jahre der Partei angehört. Und schließlich stand die aktuelle Situation in Berlin auf dem Programm. Welche Rolle soll die SPD dabei einnehmen? GroKo, Minderheitsregierung, Tolerierung oder Neuwahlen? Es wurde engagiert, kritisch und auch durchaus kontrovers diskutiert – und letztlich einmütig ein Beschluss gefasst, der an die Parteigremien weitergeleitet wurde. „Der SPD Ortsverein Gernsbach kritisiert die schnelle Festlegung des Parteivorstandes vom Montag. Die SPD muss gesprächsbereit sein und mit allen demokratischen Kräften zu Gesprächen über eine zukünftige Regierung fähig sein. Der Ortsverein fordert die Rücknahme des Beschlusses vom Montag und erwartet eine umfassende Beteiligung aller Mitglieder auf dem weiteren Weg.“ Wie sich die Lage entwickeln würde, konnten die Gernsbacher Genossinnen und Genossen an diesem Abend natürlich nicht vorhersehen. Denn wie bereits zu Beginn erwähnt: Unerwartete Ereignisse sind nicht planbar. Das Schlusswort jedenfalls hatte wieder der Vorsitzende: „Ich meine, dass unser Ortsverein gut für die Zukunft gerüstet ist.“ Das sahen die Anwesenden auch so, die diesen Satz mit viel Applaus quittierten.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek