SPD Gernsbach: „Erhalt dieses Juwels sicherstellen“

Ortsverein

Architekt Bernd Säubert (4. v. r.) erklärt den Besuchern die Baumaßnahmen

Sie gelten als bauhistorisches Kleinod in Gernsbach. Die Gebäude mit den Hausnummern 7 und 9 in der Amtsstraße, auch Zehntscheuern genannt. Und immer wieder sorgen sie für Diskussionsstoff.

Denn nicht zuletzt geht es um hohe Summen, die für die Gernsbacher Zehntscheuern aufgewendet werden müssen. Davon wollten sich der SPD-Ortsverein und SPD-Gemeinderäte vor Ort ein Bild machen. Bei einem Informationsbesuch Anfang Juli standen den Sozialdemokraten der Vorsitzende des Vereins „Forum Zehntscheuern“, Herr Hans-Peter Oetker, und der ausführende Architekt der Baumaßnahmen, Herr Bernd Säubert, Rede und Antwort. Auch eine Begehung der Anlage stand auf dem Programm. „Herzlich willkommen“, begrüßte Hans-Peter Oetker die Gäste. „Schön, dass sich die SPD so für dieses Baudenkmal einsetzen. Denn: Was wäre die Altstadt ohne die Zehntscheuern? Darauf möchte der Verein immer wieder hinweisen.“ Dass dieses Thema bei der Bevölkerung ankommt, das mache auch die Mitgliederentwicklung deutlich: Neun neue Mitglieder konnten bisher dieses Jahr gewonnen werden. Heinz-Volker Faßnacht, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins nahm den Ball auf: „Zwei Aspekte erscheinen mir besonders wichtig: der Erhalt dieses Juwels der Altstadt – und das Engagement für die Zehntscheuern.“ Beim Rundgang erläuterte Architekt Bernd Säubert anschließend die wichtigste Baumaßnahme, die es in Angriff zu nehmen gilt. „Die Kippung der Wand ist der Hauptschaden“, so Säubert. „Er führt letztlich zu Folgeschäden.“ Für eine erfolgreiche Umsetzung der Reparaturen ist alles in die Wege geleitet. Alle Genehmigungen sind eingeholt. Dabei hat man sich von der Idee einer Nutzbarmachung der Gebäude (z. B. Für Veranstaltungen) im Moment verabschiedet. Zu hoch wären die Kosten dafür. „Es geht nur um den Erhalt der Zehntscheuern“, sagt Bernd Säubert. Und der ist teuer genug. Knapp 850000 Euro sind dafür veranschlagt. Wie es zu der Summe komme, wollten die Sozialdemokraten wissen. „Allein das Gerüst kostet 100000 Euro, die Sicherung der Stadtmauer dieselbe Summe, 400000 Euro fallen für Zimmerei-Arbeiten an ...“, zählte der Architekt auf. Und auch Dacheingriffe sind vorgesehen. Bernd Säubert weiß, wovon er spricht. Er ist auf die Rekonstruktion historischer Gebäude spezialisiert, genießt bundesweit hohes Ansehen. Seit Kurzem hat er in Gernsbach sein Architekturbüro, ist auch hier zu Hause. SPD-Vorstandsmitglied Klaus Schmelzle brachte es auf den Punkt: „Gernsbach kann sich glücklich schätzen, dass es einen solch kompetenten Ansprechpartner hat. Ich würde mir wünschen, dass Ihr Sachverstand entsprechend geschätzt wird – und zum Beispiel auch beim Gleisle-Areal zum Einsatz kommt.“ SPD-Vorsitzender Heinz-Volker Faßnacht fand abschließende Worte: „Es war ein sehr informativer Besuch, der uns viele Einblicke geboten hat. Es wäre schön, wenn sich auch andere Parteien und Fraktionen vor Ort informieren würden. Das würde ganz sicher viele Missverständnisse aus der Welt räumen.“

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek