"Aushängeschild" erhalten

Badisches Tagblatt vom 4. Juni 2016

SPD setzt sich für Förderung des Kunstwegs am Reichenbach ein

Gernsbach (red) - Der SPD-Ortsverein Gernsbach wünscht sich ein "klares Signal der Stadt" zum Erhalt des Kunstwegs am Reichenbach. Das seit zwölf Jahren betriebene Kunstprojekt steht angesichts des Rückzugs der bisherigen Kernmannschaft womöglich vor dem Aus. Insbesondere die Gewinnung eines neuen Kurators, der die jährliche Ausstellung verantwortlich betreut, bereitet offenkundig Probleme - auch weil es bei Gesprächen mit möglichen Kandidaten um eine eventuelle Aufwandsentschädigung geht (wir berichteten).

Bei der jüngsten öffentlichen SPD-Vorstandssitzung am Donnerstag gab Gabriele Weinsheimer, Beisitzerin des Ortsvereins und zugleich zweite Vorsitzende des Kunstvereins, Auskunft über den Stand der Dinge. Sie berichtete von einer "Wahnsinnsarbeit vor Ort", die das Kuratieren der Ausstellung mit sich bringe. Der Kurator Voré, aber auch der Vorsitzende Jürgen Dieskau und sie selbst könnten ihr bisheriges Engagement aus unterschiedlichen Gründen nicht fortsetzen.

Die Neubesetzung des Vorstands stehe und falle mit einer Neubesetzung der Position des Kurators, sagte Weinsheimer mit Blick auf die bereits erfolgten Gespräche. Ein neues Konzept müsse angesichts der schwierigen Lage freiberuflicher Künstler auch eine mögliche Aufwandsentschädigung beinhalten, die der Verein allerdings alleine nicht aufbringen könne.

Der Ortsvereinsvorsitzende Heinz-Volker Faßnacht nannte den Kunstweg angesichts des herausragenden Niveaus der dort ausgestellten Kunstwerke ein "Aushängeschild" für Gernsbach, das weit in die Region hinausstrahle. Er betonte zugleich die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts etwa für die Gernsbacher Sterne-Gastronomie. Altstadtrat Klaus Schmelzle hob den Wert für die hiesige Bevölkerung hervor, gerade für Familien, die bei einer Wanderung entlang des Reichenbachs auf sehr unkomplizierte Weise Erfahrungen mit moderner Kunst sammeln könnten.

Stadtrat Fred Schiel erinnerte daran, dass sich bereits der Ortschaftsrat Reichental für den Erhalt des Kunstwegs ausgesprochen habe. Zusammen mit Schmelzle regte er zudem an, künftig noch stärker die Gernsbacher Schulen miteinzubinden. Stadträtin Dr. Irene Schneid-Horn brachte darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit der Landesakademie Bad Rotenfels ins Gespräch.

In einem einstimmigen Beschluss fordert die SPD, dass die Stadt ein neues, tragfähiges Konzept für den Erhalt des Kunstwegs auch finanziell unterstütze. Unabhängig davon solle es bei einem primär ehrenamtlichen Engagement bleiben, betonte Weinsheimer.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek