Mehrkosten bereiten SPD Bauchschmerzen

Badische Neueste Nachrichten vom 23. Juli 2016


Obertsroter Schwimmbad: Fraktion wird im Gemeinderat am Montag unterschiedlich abstimmen

„Rückbau ist auch nicht zum Nulltarif zu haben“

Gernsbach (ko). Bei der Abstimmung über den Erhalt des Obertsroter Schwimmbad im Gernsbacher Gemeinderat wird es innerhalb der SPD- Fraktion keine einheitliche Linie geben. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung der SPD im „Merkurstüble“ in Staufenberg deutlich. Insbesondere die zusätzlichen Kosten in Höhe von 235 000 Euro sowie weitere Kosten im Bereich der Kinderbetreuung sorgen bei einigen Genossen für „Bauchschmerzen“. Fred Schiel, der während der Versammlung den Bericht der Fraktion abgab, erinnerte daran, dass für die Sanierung der Bäder in Obertsrot, Reichental und Lautenbach insgesamt 1,2 Millionen Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren bereitgestellt wurden. Leider sei das Bad in Obertsrot bei den Sanierungskosten aus dem Ruder gelaufen. So gehe man nunmehr allein für die Sanierung des Obertsroter Freibades von Kosten in Höhe 800 000 Euro aus. 450 000 Euro hiervon sind im Haushalt veranschlagt, 115 000 Euro wurden als Zuschuss vom Entwicklungsprogramm ländlicher Raum bewilligt. Nunmehr bestehe noch eine Differenz von 235 000 Euro (wir berichteten mehrfach). Keiner im Rat könne dies übersehen. Jetzt stelle sich die Frage: Was tun? Es gebe natürlich verschiedene Betrachtungsmöglichkeiten, sagte Schiel, wie beispielsweise: „Wer A sagt muss auch B sagen“. Man könne das Ganze aber auch über die Sanierungskosten angehen. „Was können wir uns leisten, was wollen wir uns leisten.“ Aber auch die Frage: „Wenn Obertsrot nicht saniert wird, was kommt dann?“, müsse man sich stellen. Eine Renaturierung beziehungsweise ein Rückbau sei auch nicht zum Nulltarif erhältlich, sagte Schiel. Guido Wieland informierte darüber, dass auf die Stadt Gernsbach erhebliche Kosten im Bereich der Kinderbetreuung zukommen werden. „Denen können wir uns nicht entziehen.“ Eine Million Euro plus x stehen hierfür im Raum, sagte Wieland. „Dies müssen wir berücksichtigen und daher die Maßnahme der Schwimmbadsanierung neu bewerten.“ Stadträtin Irene Schneid- Horn sprach ebenfalls von einer neuen Grundlage. Während der Aussprache wurde auch gesagt, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sei. Es wurde sogar von einem Wagnis gesprochen. Während der Mitgliederversammlung wurden auch die Delegierten für die Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung der Kreiskandidaten für die Bundestagswahl 2017 sowie die Delegierten zur Kreiskonferenz berufen. Es wurden dabei Heinz-Volker Faßnacht, Heinz Kugel, Christa Melloh, Klaus Schmelzle, Irene Schneid-Horn sowie Gaby Weinsheimer sowie als Ersatzkandidaten Heinz Kohler, Fred Schiel und Wolfgang Froese gewählt. Der erste Vorsitzende Heinz-Volker Faßnacht gab auch einen Kurzbericht über den jüngsten Infostand auf dem Wochenmarkt ab. Er sprach von einem Erfolg. „Wichtig war es, dass wir nach unserer Wahlniederlage und dem beginnenden Rechtsruck auf dem Marktplatz Präsenz gezeigt haben und dies nicht nur vor Wahlen“, sagte er. Jetzt gelte es zu kämpfen und nach vorne zu schauen, sagte Faßnacht, der auch an das Sommerfest am morgigen Sonntag, um 16 Uhr, im Vereinsheim des Schwarzwaldvereines Gernsbach, erinnerte. Die entgültige Entscheidung zum Obertsroter Schwimmbad soll in der Gemeinderatsitzung am Montag, um 18 Uhr im Rathaus Gernsbach fallen.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek