Altstadt-Rundgang: Historisches Erbe bewahren und erlebbar machen

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Bernd Säubert (Mitte) erklärt, dass im Bereich Zehntscheuern ein begehbarer Wehrgang rekonstruiert werden soll.

Einst bot sie Schutz, heute braucht sie unseren Schutz: Die Stadtmauer rund um die Gernsbacher Altstadt ist einzigartig in der Region. Ihr 900 Meter langer Mauerring schützte jahrhundertelang die Bürgerschaft vor feindlichen Überfällen. Erstaunlich ist, dass sie bis heute fast durchgängig erhalten ist - zum Teil sichtbar, zum Teil in Gebäuden und  Mauern versteckt.  Die SPD Gernsbach lud dieser Tage zu einem Rundgang ein, der die  Stadtmauer als Sanierungsobjekt  in den Blick nahm. „Gernsbach darf stolz auf sein historisches Erbe sein. Die Stadt muss es aber auch Verpflichtung erachten, es zu erhalten,“ fordert Fraktionssprecherin Dr. Irene Schneid- Horn. 

 

Gelungene Aspekte des städtebaulichen Umgangs mit der Stadtmauer wurden von Architekt Bernd Säubert am Beispiel  rund um den Storchenturm erläutert. Hier wurde der Stadtmauerverlauf  leicht verändert und den Erfordernissen des modernen Verkehrs angepasst.

 

Am Metzgerbrunnen wurde auf die Problematik altstadtgerechter Renovierungen eingegangen. Die SPD drängt auf die Aktualisierung der seit 30 Jahren existierenden Altstadtsatzung und ihrer konsequenten Anwendung.  Hausbesitzer müssten besser beraten werden, zum Beispiel bei der Farbwahl ihrer Fassaden. Die Gernsbacher Oberstadt ist laut Säubert eine klassizistische Planstadt des Karlsruher Hofbaumeisters Friedrich Weinbrenners. Ein Fakt, dem zu wenig Rechnung getragen wird und der bislang auch nicht  touristisch beworben wird.

 

Die Sanierung der Waldbachstraße  ging mit einer Sichtbarmachung und  Sanierung des Mauerrings einher. Insbesondere der Bereich um die  historischen Zehntscheuern ist  eine touristische Attraktion.  Dort soll im Zuge der Sanierung der Scheuern der ehemalige Wehrgang rekonstruiert und begehbar gemacht werden, wie Säubert als betreuender Architekt erklärte.

 

Letzte Station waren die Stadtmauerreste am Gleisle-Areal.  Sie bedürfen dringend einer Sanierung.  „Diese authentische Zeugnis der frühen Stadtgeschichte darf nicht einem Investorenprojekt zum Opfer fallen,“ mahnt Stadträtin Schneid-Horn. In vielen anderen Städten wurden gute Lösungen zur Integration von  Stadtbefestigungen in Neubauprojekte gefunden, warum nicht auch in Gernsbach? Nur eine attraktive, authentische Altstadt  vermag Besucher anzuziehen und für wirtschaftliche Belebung zu sorgen, dessen ist man sich in der SPD sicher.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek