Herbstwanderung ins künftige Naturschutzgebiet Hilpertsau

Unterwegs

Das künftige Naturschutzgebiet in den Streuobstwiesen von Hilpertsau scheint schon jetzt ein Besuchermagnet zu werden. Mit rund drei Dutzend Teilnehmern, darunter etlichen interessierten Bürgern, nahmen so viele wie noch nie an der traditionellen Herbstwanderung des SPD-Ortsvereins Gernsbach teil. Als fachkundiger Führer hatte die Fraktionsvorsitzende Dr. Irene Schneid-Horn den zuständigen Referenten im Regierungspräsidium Karlsruhe, Dr. Christoph Aly, für die rund zweistündige Tour gewinnen können.

„Herbstexkursionen sind etwas für Spezialisten“, stimmte Aly die Wanderer am Startpunkt beim Hilpertsauer Friedhof darauf ein, dass sie zwar ein buntes Landschaftsbild, aber unmittelbar wenig von der Fülle des Artenreichtums würden wahrnehmen können. Dennoch wurde es eine sehr anschauliche Führung, die den hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes, aber auch seine vielfältige Gefährdung deutlich machte.

„Ein Naturschutzbeauftragter ist kein Kurfürstnachfolger“, verwies Aly auf die breiten Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung und ihrer gewählten Vertreter bei der Ausweisung eines Gebietes. Ziel sei es immer, einen Konsens zu erreichen. Der RP-Beauftragte freute sich daher, dass Ortschafts- und Gemeinderat dem Entwurf jeweils einstimmig zugestimmt hätten. Für den Erfolg eines Naturschutzgebietes komme es wesentlich an, „dass alle darin einen Vorteil sehen“.

Auf einer Streuobstwiese mit jungem und altem Baumbestand sah es vordergründig gut aus. Brombeertriebe auf der Wiese zeigten jedoch, dass dieses Jahr nicht gemäht wurde. Werde weiter nichts gemacht, existiere hier „in ein drei Jahren ein einziger Brombeerdickicht“, sagte Aly. Die Naturschutzgebietsverordnung könne in solchen Fällen helfen. 10 000 Euro stünden bereits im nächsten Jahr bereit, um Flächen wie diese mit Mäharbeiten nachhaltig zu pflegen.

Positiv hat Christoph Aly wahrgenommen, dass in den letzten zwei Jahren, in denen das Naturschutzgebiet Hilpertsau in der Diskussion ist, bereits „mehr Eigeninitiative beobachtbar“ sei. Die Menschen kümmerten sich wieder vermehrt um ihr Wiesengrundstück. Diesen Prozess zu verstärken, sah er als entscheidend an. Als lobendes Beispiel hob er die Grundschule in Hilpertsau hervor: Hier sind die Streuobstwiesen zu einem Schwerpunktthema gemacht worden.

Wie lecker die standortangepassten alten Apfelsorten schmecken, konnten die Teilnehmer auf dem Rundweg ebenfalls erfahren. Aly hatte eine große Frischhaltebox mit Dörrobstschnitzen mitgebracht, und auch einzelne hängengebliebene Äpfel wanderte in den Bauch der Ausflügler.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek