SPD unterstützt Pläne des Forums Zehntscheuern

Kommunalpolitik

Bernd Säubert (mit Taschenlampe) erläutert die Zehntscheuern.

Sachkundige Informationen aus erster Hand erhielten Mitglieder der SPD und interessierte Bürger bei einer Führung durch die Zehntscheuern. Architekt Bernd Säubert stellte bei der anderthalbstündigen Besichtigung das stadtbildprägende Gebäudeensemble vor und erläuterte die Planungen des Forums Zehntscheuern zur Renovierung und künftigen Teilnutzung des Denkmals.

Auch wer die Zehntscheuern bereits gut zu kennen glaubte, ging mit zusätzlichen Erkenntnissen nach Hause: „Ich war schon mehrmals da, man entdeckt immer wieder Neues“, sagte der scheidende Stadtrat Klaus Schmelzle. Bernd Säubert zeigte den Teilnehmern anhand altertümlicher Bauweisen wie Rundbögen und Buckelquadern im Erdgeschoss des Hauses Nr. 7 oder der zur Waldbachseite vermauerten Murgkiesel, dass Teile der Bausubstanz bis ins Mittelalter zurückreichen. Neu errichtet wurden die Scheuern nach den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg vor mehr als 300 Jahren 1694 und 1701.

Auch der Wehrgang auf 20 Metern Höhe im ersten Obergeschoss erlaubte einen gedanklichen Ausflug ins Mittelalter. „Stellen wir uns vor, die Württemberger greifen an“, versetzte Säubert die Teilnehmer in vergangene Zeiten. Bis heute belegen Schießscharten in den Zehntscheuern die einst auch militärische Bedeutung der Bauten, die Teil der Stadtmauer waren.

Der Zahn der Zeit hat unübersehbar an den Zehntscheuern genagt. „Nicht die Treppe hochgehen, sie ist baufällig“, warnte Säubert im Haus Nr. 7. Schiefe Fenster und gebogene Balken zeugen davon, dass sich der Boden unter den Gebäuden gesenkt hat. 1,25 Meter beträgt der Höhenunterschied entlang der Amtsstraße. Insgesamt ist der bauliche Zustand der Zehntscheuern und die Qualität der verwendeten Hölzer aber recht gut, auch wenn an vielen Stellen drängende Reparaturarbeiten warten.

Nach den Vorstellungen des Forums Zehntscheuern sollen in den nächsten Jahren vor allem das Erdgeschoss sowie Teile des ersten und zweiten Obergeschosses so renoviert und hergerichtet werden, dass künftig wieder Leben in den Zehntscheuern pulsiert. Eine kulturelle Nutzung ist angedacht. „Wir stehen hinter der Konzeption des Forums Zehntscheuern“, erklärte Stadträtin Dr. Irene Schneid-Horn während der Besichtigung. „Es ist ein Generationenwerk“, ergänzte ihr Kollege Guido Wieland: „Nicht alles gleich nutzen, sondern im Erdgeschoss anfangen“, laute die Devise.

Der Architekt Bernd Säubert, der den aktuellen Zustand der Zehntscheuern vorbildlich aufgenommen habe, sei ein „Glücksfall für Gernsbach“, erklärte Klaus Schmelze zum Abschluss der Führung. Er wünschte den Plänen des Forums Zehntscheuern ein gutes Gelingen, „wie Sie es sich vorstellen und wir es uns wünschen“.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek