SPD fordert "großen Wurf" für Färbertorplatz

Badisches Tagblatt vom 14. März 2015

Sozialdemokraten sehen Haushaltslage "nicht desaströs" / Partei bringt Mehrgenerationen-Wohnen in Scheuern wieder ins Gespräch

Gernsbach (red) - Die SPD-Fraktion im Gernsbacher Gemeinderat schlägt in einem Antrag vor, statt eines bloßen Parkdecks die Errichtung eines "multifunktionalen Bauwerks" auf dem Färbertorplatz zu prüfen. Konkret ist neben der Schaffung von Parkmöglichkeiten an eine Mensa und ein Kiosk gedacht.

Fraktionssprecherin Dr. Irene Schneid-Horn sagte am Donnerstag bei einer Mitgliederversammlung der SPD in Staufenberg, dass die jetzige Gelegenheit für einen "großen Wurf" genutzt werden könne. Sie forderte zudem, dass die architektonische Gestaltung des Gebäudes zu seiner besonderen Lage am Fuße der Altstadt passen müsse.

In einem weiteren Antrag fordert die SPD-Fraktion die Einführung eines kostenfreien Vorschuljahrs in den städtischen Kindergärten (wir berichteten). Der Ortsvereinsvorsitzende Heinz-Volker Faßnacht nannte den Antrag ein "wichtiges politisches Signal an junge Familien". Gernsbach würde mit seiner Umsetzung ein "Alleinstellungsmerkmal im Murgtal" gewinnen.

Faßnacht wertete die beiden Anträge auch als Beleg, dass die zur Kommunalwahl 2014 formulierten Zielsetzungen unverändert "die Leitplanken" der SPD-Politik seien. Bereits erreicht ist das Ziel, eine Gemeinschaftsschule in Gernsbach zu errichten; hier gelte es, die weitere Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Auch beim langfristigen Erhalt der Ortsteilbäder, für den sich die SPD seit Jahren eingesetzt habe, zeichne sich jetzt fraktionsübergreifend eine Lösung ab.

Schneid-Horn betonte, dass die finanzielle Situation der Stadt nach Einschätzung der SPD-Fraktion längst nicht so desaströs wie von der CDU dargestellt sei und "keinen Kahlschlag bei Dienstleistungen und Infrastruktur" rechtfertige. Stadtrat Guido Wieland ergänzte, dass man Schwerpunkte setzen müsse, aber nicht die einzelnen Vorhaben "gegeneinander ausspielen" dürfe. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für eine schrittweise "Grundsanierung" der Zehntscheuern und eine kulturelle Nutzung des Erdgeschosses aus.

Altstadtrat Klaus Schmelzle stellte seine Ideen für ein Mehrgenerationen-Wohnen in Scheuern vor. Er erinnerte daran, dass die SPD-Fraktion einen entsprechenden Vorschlag für das Gelände des ehemaligen Schwesternheims bereits Ende 2012 ins Gespräch gebracht habe, sich die beiden anderen Fraktionen dem Thema aber damals verweigert hätten.

Das dort bislang verfolgte Projekt Service Wohnen Murgtal-Terrassen "war und ist völlig überdimensioniert", sagte Schmelzle unter Verweis auf die seit Jahren andauernden vergeblichen Vermarktungsbemühungen. Stattdessen brauche Scheuern neuen Wohnraum für junge Familien, auch um die vorhandene gute Infrastruktur von Kindergarten und Grundschule zu sichern. Das mittlerweile in vielen Modellen erprobte "Mehrgenerationen-Wohnen" biete Antworten, wie man den veränderten Familienstrukturen und dem demografischen Wandel begegnen könne.

Für die Nominierung des Kandidaten für die Landtagswahl 2016 und zugleich für die Kreisdelegiertenkonferenz wählte die Versammlung jeweils einstimmig als Delegierte Heinz-Volker Faßnacht, Rainer Graszies, Tanja Hausdorf, Gabriele König, Irene Schneid-Horn und Gabi Weinsheimer sowie als Ersatzdelegierte Heinz Kohler, Christian Morgenstern und Fred Schiel.

 
 

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Website von Gabriele Katzmarek